Wächter der Welten (28)

28

Sie aßen auf dem Djemaa el Fna zu Abend. Der Platz hatte sich wie der Rest von Marrakesch mit Einbruch der Dunkelheit vollkommen verändert. Wenn er am Tag schon voll gewesen war, so war er jetzt vollkommen überfüllt. Die Stimmung war wie bei einem Straßenfest, Musik ertönte, Menschen lachten, tausend Gerüche füllten die Luft. Die Stichflammen und Jonglierfackeln der Feuerspucker erhellten die Dunkelheit zusammen mit den Lampions an den Stoffdächern der Buden. Ein weiterer Zug wild kostümierter Gestalten wälzte sich über den Platz, begleitet von Bauchtänzern mit klirrendem Silberschmuck und Akrobatinnen in hautengen Anzügen. Weiterlesen

Märchensommer-Märchenralley: Hase und Igel

Willkommen zu meiner Station der großen Märchensommer-Märchenralley!
Was für eine schöne Idee der Märchenspinnerei! Ob Ihr mit meiner Station wohl auf der richtigen Fährte seid?

Eine Nixe im Teich, ein Nöck im Fluss, drei magische Nüsse für Aschenputtel… Ihr ahnt es bereits. Mein Lösungsbuchstabe ist das N.

Und mein Märchen?
„Ick bin all doa!“, ruft der Igel, wenn der Hase herangewetzt kommt, und mit wehenden Ohren macht Meister Lampe kehrt, um das Rennen gegen den gewitzten Igel und seine Frau doch noch zu gewinnen – doch vom anderen Ende des Ackers schallt ihm ebenfalls entgegen: „Ick bin all doa!“
Was aber passiert mit dem Hasen, wenn er gegen den Igel verliert?

Er rauft sich die Haare. (Nicoles fantastische Welt – https://buecherphilharmonie.com/)
Er entschuldigt sich beim Igel für seinen Hochmut. (Trimagie – https://www.facebook.com/trimagie84/)
Er fällt tot um. (Pinkmai Books – www.pinkmaibooks.de)

Nur eine dieser Antworten ist richtig, nur eine wird Euch weiterführen.
Wählt weise und findet den Weg aus dem Dickicht, ehe die Zauberin Euch in Vögel verwandelt! Viel Glück!

Ihr sucht den Start der Märchenralley? Den findet Ihr in der Märchenspinnerei! – http://maerchenspinner.layeredmind.de/news/maerchenrallye/
Es gibt ein märchenhaftes Paket zu gewinnen, und außerdem auf dem Weg viele bekannte und nicht so bekannte Märchen zu entdecken. Also, schnürt das Säckel, zäumt den Goldesel, und macht Euch auf eine geheimnisvolle Entdeckungsreise!

Buchvorstellung – Michelle Steinbeck: „Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch“

Bücher zum Nachdenken

„Das Licht kommt aus dem Spalt einer niedrigen, halbgeöffneten Eisentür. Ich schleiche heran und spähe hinein: ein Ofen! Drinnen sitzt gebückt eine alte Frau an einem rotsamtenen, runden Tisch. Auf dem Tisch liegen Spielkarten, die Alte verschiebt langsam eine, dann eine andere. Ihr Gesicht ist durchzogen von Furchen und Kohleschminke. Sie hat blaues Haar und bleckt die Zähne.
Ich schaudere.
Die Alte hebt den Kopf und starrt durch den Spalt. Ich erstarre und denke, die kann mich hier draußen im Dunkeln unmöglich sehen.
Da bist du ja, sagt sie und winkt mich heran. Ihre Stimme ist tief und heiser.“

aus: Michelle Steinbeck: „Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch“, Lenos-Verlag, 2016

Der Debütroman der jungen Schweizerin Michelle Steinbeck erschien letztes Jahr im Lenos-Verlag und ist ein skurriles Abenteuer, ein furioser Bildersturm, und zugleich ein Buch, das nachdenklich macht.

Die Protagonistin ist Loribeth, eine junge Frau in den Mittzwanzigern, die sich zu Beginn der Handlung auf die Reise macht. Sie trägt ein totes Kind in ihrem Koffer herum, das sie aus Versehen mit einem aus dem Fenster geworfenen Bügeleisen erschlagen hat, und nun zu ihrem Vater bringen möchte. Es ist die Suche nach ihrem Vater, die Loribeth antreibt, vor allem aber die Suche nach sich selbst.
Ihre Reise ist voller Umwege und ohne echtes Ziel: Sie ver- und entliebt sich, verläuft sich auf einem Friedhof, strandet auf einer abgelegenen Insel, steigt hinab in den Bauch eines Wals und wieder hinauf.
Der Wunsch nach einem Ort, an dem sie bleiben kann, wird immer mehr zu einem Wunsch nach einem Ort, an dem sie sein kann, was sie ist – und was sie noch werden könnte.
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Wächter der Welten (26)

26

Lia überlegte, womit sie beginnen sollte, und stellte dann die erste Frage, die ihr in den Sinn kam.
„Warum hast du mich zu Kalem geschickt?“
„Weil ich wusste, dass er gut ist“, antwortete Baobab schlicht. Lia schüttelte den Kopf.
„Du kennst die Regularien des Rates. Warum Tekkalon?“
„Weil es außerhalb der Regularien des Rates liegt.“ Lia schnaubte.
„Was es umso auffälliger macht, wenn ich dorthin reise! Ich frage dich noch mal: Warum Tekkalon?“ Weiterlesen

Wächter der Welten (25)

25

Anisa führte sie über die Dächer von Marrakesch, zwischen gespannten Wäscheleinen und Dachgärten hindurch, über schmale Holzplanken hinweg, die von Dach zu Dach reichten, rostige Feuerleitern hinauf und hinab. Bunte Wimpel flatterten über den flachen Dächern im Wind und die stählernen Gerüste der Monorails ragten zwischen den lehmverputzten oder steinernen Häusern auf. Die Sonne brannte hier oben unbarmherzig und Lia war froh über jede Brise des heißen Wüstenwinds auf ihrem halsbrecherischen Weg. Einmal benutzte Anisa ein aufgespanntes Sonnensegel für den Aufstieg, ein anderes Mal das brüchige Binsendach eines Balkons. Lia und Kalem mussten immer wieder Umwege machen, weil sie zu groß oder zu schwer für den Pfad waren, den Nissa wählte. Die lief leichtfüßig und zielsicher voran, als wäre sie auf den Dächern zu Hause – was sie vermutlich immer noch war. Mehr als einmal saß sie auf der anderen Seite eines für Lia und Kalem unüberwindlichen Hindernisses und lachte sie aus, während sie fluchend versuchten, zu ihr zu gelangen.
„Ihr seid soooo langsam! Lahme Enten, lahme Enten!“, rief sie von einem Dachrand über ihren Köpfen. Weiterlesen

„Eyes Shut“ – Wie sieht Deine Zukunft aus?

Am letzten Samstag ist ein kleiner Kurzfilm mit dem Namen „Eyes Shut“ veröffentlicht worden, der von dem befreundeten Medienteam von filmlos produziert wurde, und bei dem ich das erste Film-Voice-over meines Lebens beisteuern durfte. Aufregend!
Der Film entstand für die Juni-Runde des ZDF-Wettbewerbs ZDI talents in ein paar arbeitsamen Tagen, und ich freue mich sehr, dass ich dazu beitragen konnte, dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. Weiterlesen

Wächter der Welten (24)

24

Anisa legte den Kopf schief und betrachtete Kalem neugierig.
„Sousou? Wer ist das?“ Lia legte eine Hand auf Kalems Dolchknauf und zwang ihn, den Arm zu senken.
„Das ist Kalem, Nissa. Ich habe dir von ihm erzählt. Erinnerst du dich?“ Anisa zog angestrengt das halbpelzige Gesicht zusammen.
„Nein.“ Sie rümpfte die Nase. „Er riecht komisch.“ Lia nickte.
„Ich weiß.“ Kalem starrte sie an.
„Bitte was?!“ Lia bedachte ihn mit einem warnenden Blick und wandte sich wieder Anisa zu.
„Willst du dich zu uns setzen? Ich habe Mandel-Briouats bestellt.“ Wieder überlegte Anisa. Ihr langer, schwarz-weiß gestreifter Schwanz zitterte unruhig, während sie in den Himmel starrte. Lia bedeutete Kalem mit der Hand, sich wieder zu setzen. Er folgte zögernd ihrer Aufforderung, ohne Anisa aus den Augen zu lassen. Schließlich nickte Nissa und hüpfte vom Tisch herunter. Blitzschnell kletterte sie auf Lias Schoß und schmiegte sich an sie.
„Ich mag Guavensaft“, sagte sie. Lia lächelte sie an.
„Soll ich dir welchen bestellen?“, fragte sie und hoffte, dass sie hier im Café welchen hatten. Nissa nickte begeistert, sodass ihre buschigen Ohren auf und ab wippten.
„Guavensaft, Guavensaft!“, rief sie. Lias Lächeln wurde breiter und sie strich Anisa über den wilden schwarzen Haarschopf. Über ihren Kopf hinweg sah sie Kalem entschuldigend an. Sie hatte vergessen, ihn vorzuwarnen, und sein finsterer Blick verriet ihr, dass sie sich später auf eine Standpauke gefasst machen konnte. Sie zuckte mit den Schultern und er seufzte lautlos. Anisa hatte es sich auf Lias Schoß bequem gemacht und plapperte fröhlich vor sich hin. Sie wies auf die Leute, die vorbeigingen, auf die Monorail, die etwas entfernt über die Dächer zischte, die Tauben am Himmel, die bunten Fliesen der Terrasse.
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#Buchmagie – Teil 2

Seid gegrüßt, Bücherfüchse!

Diese Woche kommt Teil 2 meiner #Buchmagie, der wunderbaren Challenge der ebenso wunderbaren Babsi. Hier findet Ihr Teil 1, und hier den Link, falls Ihr selbst teilnehmen wollt.

Hinweis: die Buchmagie-Herausforderung ist nicht zeitlich begrenzt, wie so viele andere Challenges, sondern zeitlich und medial vollkommen frei! Egal wann, egal wo: Wenn Ihr Lust habt, macht einfach mit!
Nun aber weiter im Text:

16. Wenn du dich in eine Buchwelt zaubern könntest, welche würdest du besuchen wollen?
Ich würde gerne einmal Cornelia Funkes Tintenwelt sehen, und Gail Carrigers Steampunk-Universum aus ihrer Parasol Protectorate-Reihe sehen.

17. Welchen Edelstein würdest du wählen?
Die Quarz-Variante Chalcedon wäre sicherlich einer meiner Kraftsteine. Nicht nur, weil er meinem Sternzeichen zugeordnet wird, sondern auch, weil seine Heilkraft im Rachen-, Hals- und Kehlkopfbereich liegt – als ausgebildete Sprecherin und Sängerin sollte ich wohl besser immer einen Chalcedon dabeihaben.
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